Kraftfahrzeug

Hintergrund

Moderne Autos haben bekanntermaßen sehr viel Elektronik an Bord – und auch auf den Straßen selber tut sich etwas.

Mautsystem

Mit Einführung des Mautsystems wurden auf Autobahnen sog. “Mautbrücken“ installiert, deren Aufgabe ursprünglich die Kontrolle der Ehrlichkeit seitens der Lastkraftfahrer war. Dies geschieht durch das automatisierte Auslesen der Autokennzeichen aller vorbeifahrenden Fahrzeuge. Diese Kennzeichen werden mit den von den Speditionen angegebenen (bzw. durch sog. On-Board-Units erstellten) Fahrtrouten verglichen um Mautsündern auf die Schliche zu kommen.

Durch das automatische Scannen der vorbeifahrenden Autos kommen natürlich einige, interessante Daten zusammen. Ursprünglich waren diese Daten aus datenschutzrechtlichen Gründen strikt zweckgebunden – sie sollten ausschließlich für die Mauterhebung verwendet werden dürfen. Mittlerweile wurde diese Regelung aufgeweicht und die Daten stehen auch Strafverfolgern zur Verfügung. Prinzipiell wäre das unproblematisch, in Verbindung mit einigen anderen Umständen schränkt es aber die Möglichkeit, sich anonym zu bewegen, stark ein.

Fahrzeugtechnik

Die Bordelektronik moderner Autos umfasst häufig Navigationssysteme mit automatischer Notruffunktion, Abstandssensoren, Car-to-Car-Kommunikation… Durch den für die Notruffunktion prinzipbedingt notwendigen Sendekanal des Navigationsgerätes kann ein Fahrzeug missbräuchlich zu jedem Zeitpunkt auf wenige Meter genau geortet werden. Durch die Auto-zu-Auto-Kommunikation werden spontane Netzwerke aufgebaut, die wiederum Informationen weiterleiten können. Das Problem ist, dass der Fahrzeugführer in den wenigsten Fällen genau weiß, welche Informationen von ihm aktuell an wen gesendet werden.

Diese Problematik entsteht auch bei sehr vielen anderen technischen Neuerungen, die Spontannetzwerke aufbauen können. Der Oberbegriff dafür heißt “Ubiquitous Computing“ (allgegenwärtige Datenverarbeitung). Mehr darüber können Sie in unserem Spezial dazu lesen.

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