Biometrie

Hintergrund

Biometrie bedeutet: personenspezifische körperliche Attribute maschinenlesbar zu speichern. Die biometrischen Passbilder des Reisepasses beispielsweise werden zentral gespeichert – die des 2010 kommenden elektronischen Personalausweises ebenfalls. Dadurch wird der Bürger – auch bei deaktiviertem RFID oder ohne mitgeführtem Pass/Ausweis – jederzeit automatisiert ort- und erfassbar.

Durch entsprechend ausgestattete Kameras kann beispielsweise auf Demonstrationen, Bahnhöfen, öffentlichen Plätzen… jeder Bürger eindeutig und automatisch identifiziert werden, was sich auf das Recht zur freien Meinungsäußerung bei kontroversen Themen auswirken könnte. Solche Systeme sind im praktischen Einsatz noch nicht hinreichend genau (getestet am Mainzer Hauptbahnhof), allerdings ist die nötige Rechenkraft mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit innerhalb der nächsten 5 Jahre verfügbar.

Im Berliner Verkehrssystem sollen solche Systeme zur Fahrgastidentifizierung eingeführt werden: “Im Kreuzberger U-Bahnhof Kottbusser Tor wollen die Berliner Verkehrsbetriebe Passanten scannen. Noch fehlen rechtliche Grundlagen und das Geld. Datenschützer sind erbost“ (taz.de).

Fingerabdrücke

Eine zentrale Speicherung der Fingerabdrücke jedes Bürgers war seitens des Innenministeriums (Stichwort „Schäublekatalog“) geplant, wurde aber bis jetzt nicht durchgesetzt. Dafür ist innerhalb der EU ein massiver Austausch biometrischer Daten geplant.

In Verbindung mit der vom Chaos Computer Club gezeigten Einfachheit der Fälschung von Fingerabdrücken (ccc.de) erscheint auch eine solche Maßnahme nicht unbedingt zielführend. Stattdessen erscheint es wahrscheinlich, dass es für Kriminelle verlockender wird, Fingerabdrücke Unschuldiger zu fälschen und an Tatorten zu hinterlassen, wie es der CCC bereits am Beispiel des Fingerabdrucks von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble gezeigt hat (spiegel.de).

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